Die Martinsburg und der heilige Martin

Eine Schlaraffenburg ist kein Gemäuer mit Zinnen, sondern der Raum, in dem ein Reych sippt. Die Orbaha Chattensis hat in fast hundert Jahrungen eine ganze Reihe davon bewohnt — und ihrer eigenen, 1956 eingeweihten Burg einen Namen gegeben, der der Stadt gehört: Martinsburg, nach dem heiligen Martin, dem Patron der Pfarrkirche und der Stadt Bad Orb. Diese Seite erzählt beides — die Burgenfolge des Reyches und die Geschichte des Namens.

Ein Gang durch die Gastronomie der Kurstadt

Bis das Reych eine eigene Burg baute, war es zu Gast. Die Folge der Sippungsorte ist deshalb auch ein Stück Wirtschaftsgeschichte Bad Orbs:

Größere Festsippungen fanden in diesen Jahren auch im Kurhaus und im der Burg benachbarten Sängerheim statt.

Die erste Martinsburg, 1956

Der wichtigste Markstein der Reychsgeschichte war der Bau einer eigenen Burg. Im Hotel „Wittelsbacher Hof“ entstand unter der Leitung des Rt Fass-ade und der künstlerischen Arbeit des Rt Rabazzo eine asymmetrische Burg, die eine neuzeitliche Farbgebung mit dem Gefühl schlaraffischen Geborgenseins verband.

Zur Uhubaumfeier a. U. 96 sippte das Reych zum ersten Mal darin. Die feierliche Burgweihe vereinte viele Freunde am 7. Ostermond a. U. 97 (1956) — und von da an heißt die Burg Martinsburg. Für die Zeit davor nennt der Chroniktext sie Chattenburg; die Umbenennung fällt also mit dem Neubau zusammen.

Die neue Martinsburg, 1971

Die beliebte, aber zu kleine Burg im „Wittelsbacher Hof“ musste a. U. 112 (1971) aufgegeben werden. Unter Planung und Leitung der Architekten des Reyches und mit Spenden aller Sassen entstand im Hotel Hiller eine neue Martinsburg, die am 11. Lethemond a. U. 112 — dem 11. Oktober 1971 — die Weihe erhielt.

Die Anschrift des Reyches lautet heute Wemmstraße 8, 63619 Bad Orb.

Der Martins-Ritter-Orden

Jedes Reych kann Orden stiften. Der Orden der Orbaha Chattensis heißt, wie ihre Burg, nach dem Stadtpatron: Martins-Ritter-Orden. Gestiftet wurde er a. U. 98 (1957), die Satzung genehmigte der Allschlaraffenrat. Dreißig Jahre später, am 9. Windmond 1987, feierte eine Festsippung dieses Ordensjubiläum — eine Rechnung, die zur Datierung 1957 passt.

Warum Martin?

Martin von Tours ist Patron der Bad Orber Pfarrkirche und damit Stadtpatron. Er steht im Stadtwappen, wie er seinen Mantel mit dem frierenden Bettler teilt, und er begegnet einem in der Stadt als Fresko, Skulptur, Glasfenster und Schmiedearbeit.

Die Pfarrkirche St. Martin ist eine gotische Hallenkirche, zwischen 1335 und 1440 errichtet, mit Chor und Sakramentskapelle von 1445 und der Marienkapelle von 1480; ihr Turmkern ist romanisch. Am ersten Weihnachtstag 1983 brannte sie; 1985 wurde sie wieder geweiht. Erwähnt wird ein Gotteshaus an dieser Stelle schon 1064 — im selben Jahr wie Burg und Salzquellen.

Ein Reych, das seine Burg Martinsburg nennt und einen Martins-Ritter-Orden stiftet, stellt sich damit unter den Schutzherrn seiner Stadt. Ausgesprochen hat die Chronik diesen Grund allerdings nie — siehe den Hinweis am Fuß dieser Seite.

Nicht zu verwechseln: die Burg am Burgring

Bad Orb hat auch eine profane Burg, und sie steht unmittelbar neben der Martinskirche am Burgring. Sie ist 1064 erstmals urkundlich erwähnt, gehörte den Herren von Büdingen, war ab 1328 mainzischer Verwaltungssitz, wurde 1428 an Hanau verpfändet und 1566 eingelöst, um 1570 von Erzbischof Daniel Brendel von Homburg im Renaissancestil umgebaut, diente 1621 als Zehntscheune, nach 1648 als Fruchtspeicher und ab 1865 als Zigarrenfabrik. Heute ist sie das Stadtmuseum.

Diese Burg ist nicht die Martinsburg. Die Martinsburg ist der Sippungsraum des Reyches; die Burg am Burgring ist das städtische Baudenkmal. Wer das eine sucht, findet leicht das andere.

Die Angaben zur Burgenfolge, zur Burgweihe von 1956, zur Bezeichnung Chattenburg und zum Martins-Ritter-Orden stammen aus dem Chroniktext des elektronischen Allschlaraffischen Reychsarchivs und aus Meldungen der Deutschen Schlaraffen-Zeitung; die profanen Angaben zu Kirche, Wappen und Burg am Burgring sind einzeln nachgewiesen. Vier Punkte sind offen: Die Stiftung des Ordens ist im Archivbeleg auf a. U. 98 (1957) datiert, während der Chroniktext sie in den Zusammenhang der Burgweihe von 1956 stellt — der Widerspruch ist nicht aufgelöst; das Jubiläum von 1987 stützt 1957. Zur Uhubaumfeier a. U. 96 weicht die profane Jahreszahl des Bestandes von der Umrechnung ab; deshalb steht hier nur die schlaraffische Jahrung. Ob die Anschrift Wemmstraße 8 dasselbe Haus bezeichnet, in dem 1971 geweiht wurde, ist nicht nachgewiesen. Und ob der Name Martinsburg tatsächlich vom Stadtpatron abgeleitet wurde, sagt die Chronik nicht — die Tatsachen liegen nebeneinander, der Zusammenhang ist naheliegend, aber nicht überliefert. Zu den Häusern „Wittelsbacher Hof“, „Goldener Engel“, „Goldener Hirsch“, „Badehotel“, „Konetzny“ und zum Sängerheim ließen sich keine profanen Nachweise mit Datierung finden; ein Eintrag der Martinsburg in der hessischen Denkmalliste besteht nicht. Wer Unterlagen oder Bilder beitragen kann, möge sich bitte im Reych melden.

Zusatzinformationen

Der Name Orbaha Chattensis Die Martinsburg und der heilige Martin Das Preisturney zur Freikur

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